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27/04 2005

PR News - Google + "Versicherung" als Suchbegriff



Benutzt Google bei der Ausgabe von Suchergebnis-Seiten zum Keyword "Versicherung" automatische Filter oder wird manuell bearbeitet/zensiert?

 

Wegen einer aktuellen Kunden-Recherche für eine Anfrage eines Versicherungsmaklers habe ich mal wieder "kreuz + quer" zum Thema "Versicherung" gegoogelt. Ich werde weder diesen Auftrag weder annehmen, noch bin ich in in irgendeiner Weise im Versicherungs-Bereich tätig - die folgenden Beobachtungen beunruhigen mich nichtsdestotrotz doch etwas, auch wenn wir und unsere Kunden bisher nicht betroffen sind.

 

Wenn man in Google nach dem Suchbegriff "Versicherung" sucht, erhält man bei Google Such-Ergebnislisten, die zumindest auf den ersten 30 Positionen meiner Ansicht nach nur sehr unwahrscheinlich automatisiert erstellt sein können, sondern wie manuell bearbeitet wirken!

 

Es finden sich nur noch Seiten von großen Versicherungsgesellschaften, keine unabhängigen Preisvergleiche, Testberichte, Makler oder ähnliches mehr unter den Top30 Google-Suchergebnissen!

Selbst bis Treffer 100 findet man nur eine Handvoll (Wikipedia erst auf Seite 5) unabhängige Info-Anbieter zwischen allen namhaften und bekannten Versicherungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz?

 

Alle Such-Treffer haben als angezeigte Title oder Description die jeweiligen DMOZ-Verzeichnis-Einträge - wenn ich die Ergebnisse eines redaktionellen Verzeichnisses sehen möchte, gehe ich andererseits doch gleich zu DMOZ oder Yahoo! und bemühe keine Suchmaschine wie Google?

 

Vielleicht interpretiere ich den Begriff Suchmaschine ja auch für mich falsch, die Listung von DMOZ-Verzeichniseinträgen (vielleicht schmeisst sich Google ja auch eines Tages selbst aus dem Index, falls der Algorithmus in den eigenen Seiten "doppelten Content" entdeckt, wenn er sich auf die reichlich vorhandenen DMOZ-Klone einschiesst...;-))) hat in meinen Augen jedoch nicht mehr viel mit der Objektivität automatischer Suchergebnisse zu tun.

 

Im Gegensatz dazu die Such-Ergebnisse zu Krankenversicherung oder "private Versicherung" oder "Krankenkassen"- hier ist noch alles beim Alten und man erhält einen Such-Index, der auch unabhängige Portale und Anbieter von Versicherungsvergleichen enthält, andererseits aber auch einige "Spam Projekte", welche eventuell bei dem vergleichsweise noch umkämpfteren Bereich für "Versicherung" von Google-Automatismen nicht mehr "in den Griff" zu bekommen sind/waren. 

 

Das Ergebnis war zumindest mir neu und bei genauerer Betrachtung auch sehr erstaunlich - ich konnte weder über die Google-Suche, noch bei MSN im WWW irgendeine Informationen oder gar eine Stellungnahme von Google dazu finden, wie es zur "bereinigten" und willkürlich wirkenden (einziger gemeinsamer Nenner ist die Tatsache, daß es sich ausschließlich um Versicherungsgesellschaften handelt) Reihenfolge der Suchergebnisse zu dem Begriff "Versicherung" kommt?

 

Falls ich etwas entscheidendes verpasst oder übersehen habe (ich war in der Versicherungs-Branche nie als SEO tätig), würde ich mich über weitergehende Info per Mail von "Versicherungs-Insidern" freuen.

 

Hier einige Screenshots, falls meine Beobachtung sich im Laufe der Zeit als eine "Fata Morgana" herausstellen sollten:

 

  1. Google Top10 zum Suchbegriff "Versicherung" vom 25.04.2005
  2. Google Top20 zum Suchbegriff "Versicherung" vom 25.04.2005
  3. Google Top30 zum Suchbegriff "Versicherung" vom 25.04.2005

 

Die Bereinigung ist einerseits ein nachvollziehbarer Ansatz, da dadurch die vor Suchmaschinen-Spam "durchsetzten" alten Such-Trefferlisten zum Begriff "Versicherung" durch "irgendwie relevante" Seiten für diesen Begriff ersetzt wurden.

 

Falls dies jedoch das Ergebnis manueller Eingriffe in die Suchresultate sein sollte, würde Google dadurch von einer Suchmaschine zu einem redaktionell betreuten Such-Verzeichnis "degenerieren", wenn es automatisch geschehen ist, wird Google dadurch zu einer Art "Verzeichnis-Klon" von DMOZ.

 

Google verdankt seinen Ruf (und auch den erfolgreichen Börsengang), sowie auch den tatsächlichen Status als Suchmaschinen-Marktführer in Deutschland, unter anderem der Tatsache, daß Sie damit geworben haben, alle Suchergebnisse automatisch zu indizieren + zu bewerten, um den Such-Index dadurch objektiv nach festgelegten Algorithmen zusammenstellen zu können.

 

Sobald Ergebnisse redaktionell, manuell oder auch automatisch per branchenspezifischer selektiver Filterung bearbeitet werden, ist die vielzitierte Objektivität der Beurteilung von Webseiten nicht nur gefährdet, sondern eher bereits "ad absurdum" geführt.

 

Hier finden Sie Googles Stellungnahme zum Thema "Die Demokratie im Internet funktioniert.", wo das Konzept von Google näher beschrieben wird.

 

Obwohl ich gerade nochmals auch alle sonstigen deutschsprachigen Erläuterungen von Google zu diesem Thema durchgelesen habe, konnte ich die oben angesprochene Passage leider nicht mehr finden...

 

Statt der ehemaligen Begründung der Objektivität der Google-Suchergebnisse, welche "durch automatisierten technischen Vorsprung" gekennzeichnet war, habe ich nur noch Folgendes gefunden.

 

Zitat Google FAQ: "Weil Google unter keinen Bedingungen dazu bereit ist, die Suchergebnisse zu verkaufen, steht die Objektivität außer Frage."

 

Dieses Statement würde ich wiederum schwer in Frage stellen wollen, da es in Bezug auf die Objektivität der Suchergebnisse gar nichts aussagt!

 

Falls sich Google in Suchergebnissen in Zukunft auf die Vorselektierung der Editoren von DMOZ verlassen sollte, glaube ich nicht mehr an ein objektives Suchergebnis, da freiwillige + kostenfrei arbeitende DMOZ-Editore durchaus anfällig für finanzielle Zuwendungen oder Lobby-Arbeit sein könnten.

 

Fälle, in denen sich DMOZ-Editoren Vorteile durch die Verlinkung auf eigene oder gesponserte Projekte verschafft haben, oder wo Editoren Seiten im DMOZ-Verzeichnis angenommen haben, die offensichtlich gegen die Google Webmaster Guidelines verstossen, gibt es bereits. Meine Lieblinsabfrage in Google.de zum Thema "Objektivität von DMOZ" ist nach wie vor "dmoz dwindex.html" - hier finden sich aktuell etwa 800 Treffer von denen viele DMOZ-Klone sind, die bei der Datenübernahme von DMOZ mit Startseiten-Links auf Doorwaypages-Konstrukte, der seit etwa 1998 bekannten Software Rankware, "gefüttert" wurden.

 

Noch besser ist der Google-Index bei der Abfrage allinurl:dwindex.html - hier frage ich mich, warum Google diesen, bereits seit etwa 1998 einschlägig bekannten Dateinamen dieser Doorway-Systeme incl. aller URL´s, die diese enthalten, nicht einfach schon lange aus dem Index entfernt hat, wenn schon eine selektive (manuelle oder automatische) Filterung vorgenommen wird? Solange der König blind ist, finden auch die dümmsten Vasallen ein Korn - man findet hier sogar .edu und Uni-URL´s, sowwie weitere vermeintlich seriöse Verweisquellen, die offensichtlich von Suchmaschinen-Spammern genutzt werden.

 

Die automatische Seitenerfassung und neutrale Bewertung von Seitenkriterien war aber bisher eigentlich das Haupt-Argument von Google für die eigenen Qualitäts-Kriterien - haben hier vielleicht wirklich bereits die Suchmaschinen-Spammer gegen die Google-Techniker gesiegt?

 

Na selbst wenn, eventuell gibt es zumindest ein paar neue Jobs für arbeitslose Journalisten, Texter oder auch Webdesigner im vielleicht neu zu gründenden "Google Redaktionsteam für Suchergebnislisten" oder aber wahrscheinlicher eine andere Suchmaschine als Marktführer...

 

In Anbetracht dieser für mich neuen Erkenntnisse bin ich noch gespannter, wie die vieldiskutierte Entwicklung im Suchmaschinen-Markt weitergeht - obwohl ich absolut kein Fan von Bill Gates und seinem "Microsoft-Imperium" bin, werde ich ab sofort für eigene Recherchen auf die MSN-Suche umsteigen, da ich keinerlei Interesse daran habe, nicht nachvollziehbare, subjektiv beurteilte oder gar möglicherweise von "Lobby-Arbeit" beeinflusste Resultate über Google zu finden - und wer ein redaktionell betreutes Verzeichnis sucht, der wird Yahoo! finden...;-))

 

Nach diesem, in der Öffentlichkeit mal wieder nicht von Google publizierten, Eingriff in Suchergebnisse, kann man anscheinend nicht mehr sicher sein, ob man ein objektives oder subjektives (bearbeitet oder gefiltertes) Suchergebnis von Google präsentiert bekommt.

 

Nachdem es bereits in der Vergangenheit Fälle gab, in denen Google-Mitarbeiter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit manuell in Suchergebnis-Listen eingegriffen haben (siehe Netbooster Frankreich 2004 unter PageRank-Erläuterung oder unter PR-News der Bericht zur Suchmaschinen-Marketing Roadshow), könnte dies jetzt das endgültige "Aus" für die immer noch von Google online beworbenen "Theorie" eines automatisch und vor allem objektiv erstellten Such-Index sein.

 

Wenn man die Trägheit der großen Masse der Google-Nutzer berücksichtigt, wird dies auf absehbare Zeit zwar keinen großen Einfluss auf das Suchverhalten haben (die meisten Surfer werden es nicht einmal erfahren, bzw. registrieren) - mittelfristig befürchte ich aber, daß sich Google mit derartigem Vorgehen aus dem Rennen um die Marktführerschaft, mit den im Moment noch "hinterherhinkenden" Mitbewerbern, katapultiert...

 

PS: habe gerade noch entdeckt, daß auch der Suchbegriff "Bank" ähnlich konsequent bereinigt wurde? An sich schon merkwürdig, daß ausgerechnet die beiden finanzkräftigsten deutschen Online-Branchen ihren "Privat-Index" von Google "zur Verfügung gestellt bekommen", in dem es weder Spiegel, Focus oder irgendwelche andere neutrale Berichterstattung zum Thema Bank oder Versicherung, bzw. zu deren Produkten, unter den Top30-Such-Positionen gibt???

 

 

to be continued...

 

 

 

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